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Erste-Hilfe-Defibrillator im Merziger Rathaus installiert

Veröffentlicht von in am 2. Dezember 2014

Erste-Hilfe-Defibrillator im Merziger Rathaus installiert

Seit Anfang Dezember verfügt das Rathaus der Kreisstadt Merzig über einen Defibrillator, kurz AED (Automatisierter Externer Defibrillator), den der Verein Deutsche Herzwacht e.V. der Stadtverwaltung zur Verfügung stellt. Neben der Anschaffung des Gerätes hat sich der Verein in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst auch um die Erste-Hilfe-Schulung und Einweisung der Rathausmitarbeiter gekümmert. Für die ärztliche Projektverantwortung konnte Dr. Wolfgang Vogt gewonnen werden.

Bürgermeister Marcus Hoffeld bedankt sich bei allen Beteiligten im Namen der Kreisstadt Merzig und ihrer Bürgerinnen und Bürger sehr herzlich für das verantwortungsvolle Engagement und wertet die Anschaffung des Defibrillators zusammen mit den Schulungsmaßnahmen der Erstehlfer im Merziger Rathaus als einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Sicherheit und Vorsorge.

Mit einem Defibrillator können Sofortmaßnahmen im Rahmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung ergriffen werden, um lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen, wie das Herzkammerflimmern, in den Griff zu bekommen und das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und Notarztes entscheidend zu verkürzen. Durch das Gerät werden Stromstöße an den bewusstlosen Patienten abgegeben, in deren Folge die normale Herzaktivität wieder hergestellt wird. Die AEDs analysieren selbsttätig, ob eine Defibrillation im aktuellen Fall notwendig ist. Ist das Ergebnis positiv, wird die Funktion freigeschaltet und der geschulte Ersthelfer kann mit der Defibrillation beginnen. Andernfalls unterstützt das Gerät per Sprachanweisung den Ersthelfer bei den Wiederbelebungsmaßnahmen.

DefibrillatorFoto © Thomas Klein

Im Merziger Rathaus ist der überlebenswichtige Erste-Hilfe-Defi im Eingangsfoyer zu finden. „Das Gerät ist somit auch bei Notfällen in der angrenzenden Fußgängerzone oder an der Bushaltestelle vor dem Rathaus schnell erreichbar“, unterstreicht der Bürgermeister den Vorteil des zentralen Standortes.

Wie Projektleiter Alexander Pfabel von der Deutschen Herzwacht bei der offiziellen Vorstellung des AED im Rathaus informierte, erleiden nach einer aktuellen Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung in Berlin in Deutschland jedes Jahr rund 65.000 Menschen einen plötzlichen Herztod. Im Saarland kommt es bei rund 1.000 Herzen jährlich zum lebensbedrohlichen Kammerflimmern. Der Studie zufolge sterben die Meisten ohne klar erkennbare Warnhinweise. In rund 80 Prozent der Fälle sind Herzrhythmusstörungen bei einem unvorhersehbaren Herzinfarkt der Grund. Nach ein bis zwei Minuten verlieren die Betroffenen ihr Bewusstsein. Sofern nicht sehr schnell lebensrettende Sofortmaßnahmen eingeleitet werden, ist nach drei bis fünf Minuten mit bleibenden Schäden zu rechnen, nach durchschnittlich zehn Minuten tritt der Hirntod ein.

In Deutschland liegt die Überlebensrate bei plötzlichem Herzstillstand unter zehn Prozent. Da die Überlebenschance der Betroffenen mit jeder Minute, die ohne Defibrillation verstreicht, um ca. 10 Prozent sinkt, soll das therapiefreie Intervall bis zur Versorgung des Betroffenen durch Rettungsdienst und Notarzt durch eine möglichst frühzeitige Defibrillation verkürzt werden. Der Einsatz eines AED durch Ersthelfer im Rahmen der Ersten Hilfe ist dabei rechtlich unbedenklich.

Die Deutsche Herzwacht e.V. wirbt seit 2003 für die Einführung und Optimierung neuer Rettungskonzepte bei medizinischen Notfällen, insbesondere bei Herzerkrankungen und für Prävention durch Sport, ausgewogene Ernährung und gezielten Stressabbau. Der Verein setzte 2005 mit einem Pilotprojekt im Landkreis Merzig-Wadern den Impuls für die Ausstattung aller Krankenwagen im Saarland mit Defis. Die Non-Profit-Organisation hat ihren Sitz in Merzig.

Die Projektbeteiligten gehen davon aus, dass dieses Leuchtturmprojekt einen Impulscharakter auch für andere öffentlich-rechtliche Einrichtungen sowie private Unternehmen hat. „Wir hoffen, dass sich noch weitere Nachahmer, beispielsweise Merziger Gewerbetreibende oder Behörden, finden werden, damit sich die Zahl der stationären AEDs in Merzig weiter erhöht“, erklärt Hoffeld.

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