Feuerwehrmann erfolgreich reanimiert
… hieß es während des Übungsszenarios der Jahreshauptübung bei der Freiwilligen Feuerwehr Mettlach.
Feuerwehr übte medizinischen Notfall
Natürlich handelte es sich um einen inszenierten Notfall bei dem eine Atemschutzgeräteträger einen Kreislaufzusammenbruch erleidet und bewusstlos am Boden liegend, von geschulten Ersthelfern der Feuerwehr Mettlach, sofort versorgt und dann vom Malteser Hilfsdienst übernommen wird.
Der plötzliche Herztod
Herz-Kreislauferkrankungen stellen in Deutschland die Todesursache Nr. 1 dar. Vor allem bei starken körperlichen Belastungen in Extremsituationen können Herznotfallereignisse auftreten. Mittel der ersten Wahl ist dann die Defibrillation. Der Defibrillator gibt nur beim lebensgefährlichen Herzkammerflimmern einen Stromstoß ab. Diese einzige anerkannt wirksame und sichere Maßnahme der Ersten Hilfe kann die Überlebenswahscheinlichkeit des Betroffenen gut verdoppelt werden, wenn sodann mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung durch trainierte Ersthelfer begonnen wird.
Wenn dies bei den Helfern der Feuerwehr geschieht, die in Ihrer Freizeit Leben retten, ist dies umso prekärer. Dem tritt die Mettlacher Feuerwehr jetzt mit in Erster Hilfe ausgebildeten und in den Defibrillator eingewiesenen Kameraden und durch die Herzwacht gestiftetem Rettungsmaterial entschieden entgegen. Präsident der Herzwacht, Tim Otto, und Vizepräsident und Vereinsgründer Alexander Pfabel, übergaben Löschbezirksführer Herrn Bernd Hackenberger am 10. Oktober 2009 während der Jahreshauptübung, in Mettlach, einen automatisierten externen Defibrillator (AED) des Herstellers Philips. Weitere Sponsoren hatten einen Erste-Hilfe-Rucksack und eine Sauerstoffeinheit gespendet.
Defi rettet leben – AED als Ersthelfer
Das überlebenswichtige Equipment dient in erster Linie der Absicherun eigener Helfer, vor allem der Atemschutzgeräteträger. Aber es wird natürlich auch der Bevölkerung zugute kommen. Dieses Gesundheitsplus hob auch Bürgermeisterin Frau Judith Thieser hervor und bedankte sich bei der Feuerwehr und den Sponsoren. Die Herzwacht hofft, dass weitere Feuerwehren mit Atemschutzgeräteträgern dem Mettlacher Vorbild folgen werden.
Hintergrundinfos
- Herz-/Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache, Statistisches Bundesamt Deutschland, Pressemitteilung Nr. 344 vom 15.09.2009
- Die überwiegende Mehrzahl aller Patienten mit plötzlichem Herztod weist initial ein Kammerflimmern auf. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ist ohne Reanimation das Kammerflimmern nicht selten in eine Asystolie übergegangen. Die einzige wirksame Behandlung im Rahmen der Reanimation stellt die Defibrillation dar. Je früher die Defibrillation erfolgt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit des Überlebens ohne bleibende körperliche Schäden. Jede Minute ohne wirksame Reanimation reduziert die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10% (Empfehlung der Bundesärztekammer zur Defibrillation mit automatisierten externen Defibrillatoren (AED) durch Laien, 04.05.2001).
- Studien haben belegt, dass Patienten mit beobachtetem Herz-Kreislauf-Stillstand und dem Initialbefund von Kammerflimmern im EKG zu 70-90% potentiell wiederbelebbar sind und dieses Ereignis auch ohne neurologischen Schaden überleben können (Larsen MP, Eisenberg MS, Cummins RO, Hallstrom AP: Predicting Survival From Out-of-Hospital Cardiac Arrest: A Graphic Model. Ann Emerg Med 1993; 22: 1652; Eisenberg MS, Horwood BT, Cummins RO, Reynolds-Haertle R, Hearne TR: Cardiac arrest and resuscitation: A tale of 29 cities. Ann Emerg Med 1990; 19: 179).
- Als Zusammenfassung der Ergebnisse der sog. “PAD-Trial”-Studie zur Überlebensrate von reanimierten Patienten mit AED-Anwendung versus Reanimation ohne AED-Anwendung, die eine herausragende Stellung zum Themenkomplex „AED/PAD“ einnimmt und in den USA und Kanada zwischen Juli 2000 und September 2003 durchgeführt worden ist, lässt sich feststellen, dass geschulte medizinische Laien AED sicher anwenden können und die Überlebensrate bei Verfügbarkeit eines AED zumindest in öffentlichen Einrichtungen verbessert werden kann. Die Anzahl der überlebenden Patienten hatte sich verdoppelt, die Überlebensrate um 67% erhöht. Äußerst positiv ist daneben die beschriebene Gerätesicherheit der AED ohne EKG-Fehlanalyse zu bewerten (Hallstrom A., Ornato J. P.: Public-Access Defibrillation and Survival after Out-of-Hospital Cardiac Arrest. N Engl J Med, 2004; 351: 637-646).
- Die Berechnung der Hilfsfrist erfolgt nach dem zuerst eingetroffenen geeigneten Rettungsmittel am Einsatzort und der Notfallabgrenzung nach dem Sonderrecht. Hiernach ergibt sich bundesweit eine mittlere Hilfsfrist von 8,1 Minuten, 95 % der Notfälle werden innerhalb von 16,4 Minuten mit einem geeigneten Rettungsmittel bedient (Schmiedel, Reinhard/ Behrendt, Holger: Leistungen des Rettungsdienstes 2004/05. Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen 2007; Heft M 188).
Links
Pressespiegel
- Feuerwehr ist bestens ausgebildet, Saarbrücker Zeitung, 09.11.2009
- Für den Notfall vorbereitet – Mettlacher Feuerwehr erhält Defibrillator und Notfallrucksack, Landesfeuerwehrverband Saarland, 30.10.2009
- Herzwacht übergab externen Defibrillator (AED) an die Feuerwehr Mettlach, DieWoch, 22.10.2009
- Rasches Reagieren rettet Leben, Wochenspiegel, 17.10.2009
- Für den Notfall vorbereitet, KFVMerzig-Wadern, 16.10.2009
- Defibrillator für die Feuerwehr in Mettlach, Pfälzischer Merkur, 15.10.2009
- Neuer “Lebensretter” wurde gleich einem Test unterzogen, Saarbrücker Zeitung, 15.10.2009
- Herzwacht stiftet ersten AED der Mettlacher Feuerwehr, RETTUNGSDIENST, 12.10.2009
- Feuerwehr erhält AED von der Herzwacht, Rettungs-Magazin, 12.10.2009



Letzte Kommentare